Mehrkanaliges Lernen: So prägt sich der Lernstoff wirklich ein

mehrkanaliges Lernen

Mehrkanaliges Lernen funktioniert in der Regel besser als bloßes Auswendiglernen. Wie du mehrkanalig lernen kannst und so mit verschiedenen Methoden neues Wissen anreicherst, verraten wir in diesem Beitrag. Du wirst staunen, wie schnell du dir den Stoff mit ein paar einfachen Übungen einprägen kannst.

More...

Du musst ein Gedicht lernen? Ein Diktat steht bevor? Beim Vokabelwiederholen wollen die Bedeutungen einfach nicht in deinen Kopf? Das liegt vermutlich daran, dass du versuchst, dir den Stoff durch Auswendiglernen anzueignen. Dabei können Stunden vergehen – oft ohne erwünschten Erfolg. Wenn du beim Lernen aber verschiedene Sinneskanäle nützt, kannst du viel Zeit sparen und du merkst dir den Stoff deutlich besser.

Die meisten Schüler stützen sich beim Lernen vorrangig auf zwei Sinneskanäle: (Zu-)Hören und Lesen, schließlich kennen sie es aus dem Unterricht oft nicht anders.

Dabei sind Lernaktivitäten wie

  • Gliedern,
  • Strukturieren,
  • Visualisieren und
  • Verbalisieren, also Erklären,
mehrkanaliges Lernen

©denisismagilov/Fotolia

wichtige Instrumente beim mehrkanaligen Lernen. Wie du diese Instrumente einsetzt, erklären wir etwas später. Zunächst klären wir die Frage:

Was bedeutet mehrkanaliges Lernen?

Nach wissenschaftlichen Befunden der Lernpsychologie behalten Menschen etwa:

  • 10% von dem, was sie lesen
  • 20% von dem, was sie hören
  • 30% von dem, was sie sehen
  • 50% von dem, was sie sehen & hören
  • 70% von dem, über das sie selbst sprechen
  • 90% von dem, was sie eigenständig bearbeiten, sodass es eine individuelle Bedeutung bekommt.

Gehirnforscher gehen davon aus, dass sich Menschen Inhalte besser merken, wenn sie beim Lernen verschiedene Sinne einsetzen und dadurch unterschiedliche Gehirnregionen aktivieren. Du kennst das vielleicht von Kindern, die sich für ein Thema brennend interessieren. Vielleicht hattest oder hast du selbst ein Hobby und weißt fast alles darüber? 

Ob Weltall, Dinosaurier, Fußball oder Tiere – Kinder, die sich für ein Thema begeistern, nutzen oft unbewusst mehrkanaliges Lernen als Methode zur Wissensgewinnung. Sie saugen alle Fakten dazu auf, hören Hörspiele und lesen Bücher, gehen ins Museum und fragen ihren Eltern Löcher in den Bauch. Sie spielen mit Puppen das Match oder einen Weltraumflug nach.

Indem sie nicht nur einen „Kanal“ nützen, also zum Beispiel nicht ausschließlich über ihr Hobby lesen, sondern es auch ausüben und andere Informationsquellen suchen, werden die Kleinen oft zu wahren Experten auf ihrem Lieblingsgebiet. Es ist erstaunlich, wenn ein Volksschulkind jeden Dino aufzählen kann, den es je gegeben hat. Das ist nur durch mehrkanaliges Lernen möglich.

Mehrkanaliges Lernen: Methoden und Übungen

mehrkanaliges lernen

©denisismagilov/Fotolia

Um mehrkanaliges Lernen auch für die Schule zu nützen, musst du dich nicht unbedingt für das Thema begeistern. Zwar fällt das Lernen immer schwerer, wenn das Thema langweilig ist, die Methoden funktionieren trotzdem. Du wirst merken, dass der Stoff viel besser hängen bleibt, wenn du dich damit über mehrere Kanäle beschäftigst. 

Wie ein Kind im Entdeckermodus erkundest du so die Lerninhalte. Da mehrere Regionen im Gehirn aktiviert werden, kannst du dir den Stoff auf diese Weise besser einprägen.

Wie kannst du nun konkret mehrkanalig lernen? Hier sind einige Beispiele, wie du die Instrumente des mehrkanaligen Lernens sinnvoll einsetzen kannst. Du musst nicht alle Instrumente spielen. Suche dir die Methoden und Übungen aus, bei denen du dich am wohlsten fühlst:

1. Methoden zum Gliedern und Strukturieren:

  • Wissen aktivieren: Überlege vor dem Lernen, ob du schon etwas zum Thema weißt, um Vorwissen zu aktivieren, und mache dir Notizen dazu!
  • Schlüsselwörter unterstreichen: Beim ersten Durchlesen markierst du die wichtigsten Schlüsselwörter. Diese helfen dir beim Wiederholen des Gelesenen.
  • Überlegen, welche Prüfungsfragen dein Lehrer stellen könnte: Schreibe die Fragen auf, du kannst sie auch zum Wiederholen des Stoffs brauchen.

2. Übungen zum Visualisieren

  • Eigene Beispiele finden: Überlege dir Beispiele aus dem eigenen Leben! Wenn du etwa ein Gedicht lernen musst, versuche für jede Strophe ein Bild aus deinem eigenen Alltag zu finden! Du musst historische Daten lernen? Schaffe dir Eselsbrücken und überlege, was an dem jeweiligen Datum sonst noch passiert ist!
  • Ein Schema oder ein Lernposter erstellen: Hierbei kannst du richtig kreativ werden. Wie du so ein Poster machst und was es genau bringt, liest du in unserem Blogbeitrag über Lernposter.

3. Verbalisieren und aktivieren

  • Sich oder jemand anderem den Inhalt erzählen: Dabei ist es wichtig, dass du die Inhalte mit deinen eigenen Worten wiedergibst. Sinn machen Lerngruppen, in denen du den Stoff diskutieren kannst.
  • Verbinde das Lernen mit Aktivitäten, die zum Stoff passen: Das kann ein Museumsbesuch oder ein Konzert (zum Beispiel mit Musik aus dem Mittelalter für den Geschichtsunterricht) sein. Durch aktives Handeln prägt sich das Wissen schneller ein, denn es werden alle Sinne gleichzeitig beansprucht. Wie Kinder zum Beispiel beim Basteln spielend Englisch lernen, liest du in unserem zweisprachigen Blogbeitrag – auch eine Methode des mehrkanaligen Lernens.
mehrkanaliges lernen

©Jemastock/Fotolia

All diese Methoden haben eines gemeinsam: Sie nutzen den wissenschaftlich nachgewiesenen Fakt, dass wir uns tatsächlich deutlich mehr merken können, wenn wir beim Lernen verschiedene Zentren des Gehirns aktivieren, durch Sehen, Lesen, Sprechen, Schreiben, Hören etc. Je mehr Kanäle beim Lernen aktiviert werden, desto besser.

Karin Bornett -Pauker Bloggerin

Über die Autorin

Karin Bornett ist als freiberufliche Journalistin und Texterin tätig. Sehr gerne schreibt sie über schülerrelevante Themen und motiviert mit Tipps und Impulsen Schüler und deren Eltern.

Motivationsworkshops

Aktuell kein Termin

Du möchtest mehr Blogartikel zu diesem oder einem verwandten Thema lesen? In der rechten Spalte findest du eine Themenauswahl: einfach anklicken! Viel Vergnügen beim Lesen!


Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Wir freuen uns auf deinen Kommentar!